27. 04. 2021 - Der verrauchte Ehrgeiz

Es gab eine Zeit, da dachte ich, meine Träume würden wahr.
Es gab eine Zeit, in der lief ich zielgenau auf etwas zu, das mein Selbstbewusstsein dermaßen stärkte, dass ich den Boden unter den Füßen verlor.
Es gab eine Zeit, in der mein Inneres brannte, voller Vorfreude auf das, was ich selbst in der Lage war, zu schaffen und zu erschaffen.

Jetzt gehe ich - dieses Jahr noch - auf die 33 Jahre zu. Diese Herzenswünsche, die ich einst hegte, sind verwaschen worden, als hätte ein Aquarell-Bild durch Tränen zu viel Wasser bekommen.

Ich konnte nie den Weg beschreiten, eine berühmte Violinistin zu werden.
Ich kann den Weg nicht mehr beschreiten, zu einer begabten Disneyzeichnerin zu werden, mit deren Hilfe das Weltbild von Jung und Alt geprägt wurde.
Ich kann den Weg nicht mehr beschreiten, die jüngste Fantasy-Autorin aller Zeiten zu sein, die beispielsweise in J.K. Rowlings Fußstapfen tritt.

Ich weiß nicht recht, wie ich mein momentanes Selbst rechtfertigen kann.
Mein persönlicher Express nach Hogwarts ist entgleist und meine eigene Zauberei beschränkt sich auf mittelmäßige Zeichnungen und Texte, die nur tröpfchenweise, in großen Abständen voneinander, aus meinen Fingern fließen.

Gut, ich habe es gestern – gerade noch so eben - geschafft, einen Wettbewerbsbeitrag an eine Organisation zu schicken, die sich mit Literatur und Leuten wie mir beschäftigt.
Natürlich hoffe ich insgeheim, dass der Text gut abschneidet.

Doch die Chance, allen zu beweisen, dass ich doch jemand ganz Besonderes bin, weil ich doch so eine bescheidene Schulzeit hatte, hat sich, letztendlich als trügerisch herausgestellt.
Die berühmte zerplatzte Seifenblase.

Natürlich klingt dieser Text, wie ein einziges, großes Gejammere! Ich jammere auch, weil ich damals so ehrgeizig war, dass ich auf unkreative und faule Menschen herabgesehen habe, als hätten sie keine Daseinsberechtigung! Und nun habe ich das Gefühl, selbst so zu sein.

Mein einziges Rettungsboot ist meine Bescheidenheit und der daraus erwachsene Wunsch, dass ich irgendwann doch noch ohne Hilfe meine Miete zahlen kann und vielleicht ein oder zwei Kinder in die Welt setze, die die Namen voller Stolz tragen, die ich ihnen gegeben habe.
Es ist aber nicht richtig, Kindern die Bürde aufzudrücken, von der man selbst irgendwann Sterne in den Augen gekriegt hat.
Das wäre der größte Fehler, den ich noch machen könnte – meine zukünftigen Kinder mit Liebesentzug zu bestrafen, weil sie die vielen glorreichen Chancen nicht erkennen und nach ihnen greifen.

Das wäre keine Liebe.

Was ich brauche, ist ein Funken - ein neues Ziel, das mich beflügelt und an dem ich arbeiten kann – ohne daran zu denken, dass ich bald die dritte Schnapszahl in meinem Leben erreiche.

Viel Glück an die lieben Menschen da draußen, dass ihr eure eigenen Wege beschreiten könnt, die euch erfüllen und mit Freude segnen.
Nährt den Ehrgeiz sachte mit Brennholz, aber nicht zu viel!
Es soll eine Flamme sein, die möglichst lange anhält.

29. 03. 2021 - Das ewig lächelnde Emoji-Kissen

Stille Wasser sind tief.
Wenn man mal etwas sehr offensichtliches unwissentlich übersieht, kann das mehr als nur peinlich sein.
Ich bin ein PC-Kind und Smartphones sind auch für mich – so wie für manch ältere Personen – manchmal auch ein Brief mit derartig vielen Siegeln, dass man dafür eine ganze Galerie eröffnen könnte.
WhatsApp zum Beispiel
– die Statusanzeige der Kontakte, jene habe ich heute erst sehr spät entdeckt.
Dabei wusste ich genau, ich hatte sie schon mal benutzt! Aber anstatt dessen, dass die Entwickler jener App, jene Anzeige unter der Kontaktinfo parken, gab es da dieses kreisförmige Zeichen, das nur manchmal einen grünen Punkt beherbergt. 
Ich habe mich geschämt!
-> Als ich die Wahrheit so dicht direkt unter meiner Nase gefunden habe!
Zum Glück ist dieses Kissen hier dazu verdammt, egal in welcher Situation, auf ewig zu lächeln!
Sprich: Es hat keine Schmerzen, wenn man auf es eindrischt.
Ich will mich nicht beklagen; das Kissen macht einen guten Job!
Und so lange es nicht beginnt, zu antworten, brauche ich mir über meinen Zustand keine Gedanken zu machen.

Eine schöne Osterwoche euch allen!

PS: Gewalt ist keinesfalls eine Lösung!

09. 03. 2021 - Trotz aller Makel

Die Liebe ist für einige die größte Macht auf Erden …
Und wisst ihr was? -> Ich kann das endlich verstehen!
Am 11. 02. 2021 habe ich jemanden kennengelernt.
Er hat die gleichen Initialen wie Albus Dumbledore aus den Harry-Potter-Büchern. Diesen guten alten Schulleiter von Hogwarts mochte ich im Übrigen schon immer.
Jedenfalls ist dieser wunderbare Mensch nun in meinem Leben und hat mich mehr als nur verzaubert.
Er bringt mich dazu, Dinge zu tun, die ich alleine niemals über mich bringen würde. Zum Beispiel einfach ohne bestimmten Grund hinaus zu gehen und zu spazieren.
Das erste Treffen … war ziemlich unscheinbar und merkwürdig unglücklich verlaufen. Ich will hier nicht ins Detail gehen, doch ich musste A.D. an jenem Tag urplötzlich am Bahnhof stehen lassen und den Zug in die andere Richtung nehmen.
Doch trotzdem blieben wir in Kontakt und haben uns für die nächste Woche verabredet gehabt, an einem Ort den ich nicht ohne triftigen Grund aufgesucht hätte.
Nach dem zweiten Treffen folgte das dritte … und da ergriff er meine Hand!
Ich hätte nie gedacht, dass Händchenhalten schon so schön und mächtig sein könnte. Es gab mir Sicherheit und das Gefühl, gewollt zu werden.

Trotz aller Makel.
Ich liebe dich, mein Schatz!